Eine gute Haltung von Jungvieh bildet die Grundlage für gesunde und leistungsstarke Milchkühe in der Zukunft. Der Übergang vom Kalb zur Färse erfordert eine Stalleinrichtung, die auf Alter, Verhalten und Entwicklung der Tiere abgestimmt ist. Mit einer durchdachten Stallgestaltung lassen sich Probleme vermeiden und gleichzeitig Wachstum und Entwicklung des Jungviehs optimal fördern. In Jungvieh zu investieren heißt, in die Milchkuh von morgen zu investieren.
Ab einem Alter von etwa drei Monaten erfolgt für Kälber ein wichtiger Schritt in der Haltung: der Wechsel von der Einzelbox in die Gruppenhaltung auf Stroh. Diese Umstellung bedeutet für die Tiere den Übergang vom Einzel- zum Sozialleben.
Umstellung auf Gruppenhaltung
In dieser Phase wird keine Milch mehr gefüttert, sodass Raufutter zur zentralen Komponente der Fütterung wird. Daher ist es wichtig, den Stall mit geeigneten Fressgittern auszustatten, damit jedes Tier ausreichend Zugang zum Futter hat.
Zudem erfordert die Gruppenhaltung genügend Platz und eine durchdachte Stallaufteilung, damit sich die Tiere nicht verdrängen und alle Einrichtungen optimal genutzt werden können.
Trockene Liegefläche ist entscheidend
Eine der wichtigsten Voraussetzungen in dieser Phase ist eine trockene Liegefläche. Feucht oder nass liegende Kälber haben ein erhöhtes Risiko für:
Mit geeigneten Abtrennungen lassen sich die Stroheinstreu-Buchten zudem leicht reinigen.

Auf das Stallklima achten
Neben einer trockenen Liegefläche spielt auch das Stallklima eine große Rolle. Jungvieh reagiert empfindlich auf schlechte Luftqualität. Daher ist darauf zu achten, dass:
Ein typisches Anzeichen für Zugluft ist, wenn sich Kälber dicht an Wände legen, um Schutz vor kalter Luft zu suchen.
Ausreichende Wasserversorgung
Eine gute Wasserversorgung ist entscheidend für die Entwicklung des Jungviehs. Tränken sollten so platziert sein, dass alle Tiere jederzeit problemlos Zugang zu Wasser haben.

Mit zunehmendem Alter wechseln die Tiere von Stroheinstreu-Buchten in einen Liegeboxenstall. Diese Umstellung erfordert besondere Aufmerksamkeit, da die Tiere erst lernen müssen, die Liegeboxen richtig zu nutzen.
Übergang in den Liegeboxenstall
Um den Übergang zu erleichtern, kann vertraute Einstreu wie Stroh vorübergehend in die Liegeboxen eingebracht werden. Dies fördert die Akzeptanz und das Liegeverhalten in den Boxen.
Komfort fördert das Liegeverhalten
Der Liegekomfort spielt eine entscheidende Rolle. Weiche Unterlagen wie Matratzen animieren die Tiere dazu, häufiger und länger zu liegen. Das bringt mehrere Vorteile:
Bereits kleine Anpassungen, wie ein Gewelltes Nackenrohr oder eine komfortable Liegefläche, können einen großen Unterschied machen.

Ausreichend Bewegungsraum
Im Liegeboxenlaufstall ist ausreichend Bewegungsfreiheit essenziell. Sackgassen sollten vermieden werden, damit sich die Tiere problemlos ausweichen können und der soziale Stress reduziert wird.
Wasserversorgung bei größeren Gruppen
Auch in dieser Phase bleibt eine gute Wasserversorgung wichtig. Bei größeren Gruppen sollten mindestens zwei Tränken vorhanden sein, damit alle Tiere ausreichend Zugang haben.
Passende Maße der Liegeboxen
Die Größe der Liegeboxen muss an das Wachstum des Jungviehs angepasst sein. Sind die Boxen zu klein, können die Tiere nicht mehr korrekt liegen. Dies führt häufig zu sogenannten „Außenliegern“, die sich außerhalb der Boxen ablegen.
Daher ist es wichtig, die Tiere rechtzeitig umzustallen – beispielsweise anhand von:
So bleibt der Liegekomfort erhalten und die Stallhygiene wird verbessert.
Lesen Sie hier unseren Artikel über die Maße von Liegeboxen für Jungvieh.

Selbstfangfressgitter ab 12–15 Monaten
Ab einem Alter von etwa 12 bis 15 Monaten ist ein Selbstfangfressgitter eine sinnvolle Ergänzung. Es ermöglicht ein sicheres und effizientes Besamen der Tiere.
Zudem erleichtert es die tägliche Arbeit und erhöht die Sicherheit im Stall.
Baseline Selbstfangfressgitter.
Gute Jungviehhaltung senkt Aufzuchtkosten
Die Aufzucht von Jungvieh ist mit erheblichen Kosten verbunden. Je später eine Färse besamt wird, desto höher fallen diese Kosten aus. Eine optimale Stalleinrichtung hilft dabei:
Eine gleichmäßige Entwicklung der Tiere sorgt dafür, dass die gesamte Gruppe dem Managementplan folgen kann. Das verhindert Nachzügler und ermöglicht eine frühere Produktivität.

Ausreichend Liege- und Fressplätze für alle Rangstufen
Jungvieh lebt in Gruppen mit klarer Rangordnung. Bei zu wenigen Liege- oder Fressplätzen bleiben rangniedrige Tiere oft zurück. Dies kann führen zu:
Ausreichend Platz stellt sicher, dass alle Tiere, unabhängig von ihrer Rangordnung, optimale Entwicklungschancen haben.
Fazit: Optimale Stalleinrichtung für gesundes Jungvieh
Eine durchdachte Stalleinrichtung hat direkten Einfluss auf Gesundheit, Wachstum und spätere Leistungsfähigkeit der Tiere. Aspekte wie Liegekomfort, Stallklima, ausreichend Fress- und Tränkeplätze sowie passende Liegeboxenmaße sind entscheidend für eine erfolgreiche Jungviehaufzucht.
Schon kleine Anpassungen im Stall können das Wohlbefinden und die Leistung der Tiere deutlich verbessern.
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