Kuhkomfort

Kuhkomfort laut Kees: mehr Komfort, bessere Ergebnisse im Stall

24. April 2026

Kuhkomfort ist ein Begriff, den man heute häufig hört. Doch was bedeutet er in der Praxis wirklich? Unser Vertreter Kees ist regelmäßig bei Milchviehhaltern vor Ort und sieht, wie Komfort als Grundlage für eine gesunde Herde dient. In diesem Artikel teilt er seine Erkenntnisse darüber, wie Kuhkomfort die Klauengesundheit verbessert, Hitzestress vorbeugt und warum schon kleine Anpassungen oft einen großen Unterschied machen.

 

Die Basis: Klauengesundheit beginnt mit Ruhe

Fragt man einen beliebigen Landwirt nach seiner größten Herausforderung, fällt häufig der Begriff „Klauengesundheit“. Die Lösung wird oft in Klauenbädern oder beim Klauenpfleger gesucht, doch laut Kees ist es ebenso wichtig, den Kuhkomfort zu berücksichtigen.

„Viele Viehhalter unterschätzen, wie direkt der Zusammenhang zwischen Komfort und Klauengesundheit ist. Liegt eine Kuh bequem, ruht sie mehr. Je mehr sie liegt, desto geringer ist die Belastung der Klauen. Jede zusätzliche Stunde Liegezeit bedeutet eine Stunde weniger Druck. Außerdem sorgt mehr Ruhe für trockenere Klauen, was den Infektionsdruck senkt. Gesunde Klauen beginnen mit mehr Komfort in der Liegebox.“

Quote Kees Klauengesundheit

Signale aus dem Stall: Liegt die Kuh zu lange?

„Viel liegen“ ist allerdings nicht immer ein gutes Zeichen. Eine gesunde Kuh liegt im Durchschnitt 12 bis 14 Stunden pro Tag und steht dabei etwa 12-mal auf. Dazwischen geht sie mehrmals täglich zum Fressgitter, zum Melkroboter oder zur Tränke.

Kees: „Wenn eine Kuh lange liegen bleibt, ist das ein Zeichen dafür, dass das Aufstehen schmerzhaft oder schwierig ist. Zu enge Boxen, rutschige Böden oder zu wenig Kopffreiheit führen dazu, dass sie lieber liegen bleibt, anstatt zum Futter zu gehen. Das erkennt man auch an der Pansenfüllung; diese Kühe fressen zu wenig, weil die ‚Hürde‘ zum Aufstehen zu hoch ist.“

Dieselben Faktoren, enge Boxen, rutschige Böden oder zu wenig Kopffreiheit, können auch dazu führen, dass eine Kuh zu lange steht, weil die Hürde, sich hinzulegen, zu groß ist.

Quote Kees wenn eine Kuh es vorzieht, liegen zu bleiben

So erkennt man mangelnden Komfort:

  • Viele untätige Kühe: Tiere, die lange ziellos herumstehen oder wenig Aktivität zeigen
  • Beschädigte Sprunggelenke: geschwollene Gelenke oder Haarverlust durch anhaltenden Druck beim Liegen
  • Klauenprobleme: durch erhöhte Belastung beim langen Stehen
  • Geringe Aktivität: Kühe gehen seltener zum Fressgitter, zur Tränke oder zum Roboter
  • Unzureichende Pansenfüllung: direkte Folge zu weniger Fresszeiten

 

Raum ist Rendite

Ein häufiges Problem in älteren Ställen ist Hitzestress. Man denkt dabei schnell an Ventilatoren, doch Kees achtet auch auf die Maße der Liegeboxen.

„In zu kurzen Boxen kann eine Kuh ihre Wärme schlechter über die Atmung abgeben, weil ihr die Kopffreiheit fehlt. Längere und breitere Boxen sorgen für eine bessere Luftzirkulation um das Tier und reduzieren Stress.“

Das gilt auch für Laufwege und Fressplätze. Enge Laufgänge führen zu Unruhe, besonders bei rangniederen Kühen. Schon das Vorziehen des Fressgitters um einen halben Meter schafft spürbar mehr Platz.

„Breitere Fressplätze machen den Unterschied zwischen stressigem Fressen und entspannter Aufnahme“, so Kees. „Für Milchkühe sollten mindestens 70 cm, für trockenstehende Kühe 75 cm eingeplant werden. Haben sie genügend Platz, fressen sie einfach mehr.“

 Boxenlänge und Hitzestress

Hygiene als Fundament

Neben ausreichend Platz ist Hygiene die wichtigste Grundlage für Kuhkomfort. Ein sauberer Stall ist nicht nur optisch ansprechend, sondern entscheidend für die Gesundheit.

„Schauen Sie sich die Tränken an“, rät Kees. „Sind sie verschmutzt, trinken die Kühe automatisch weniger. Und in einer feuchten, schmutzigen Liegebox steigt der Infektionsdruck schnell an, Probleme sind vorprogrammiert.“

Ein trockenes Liegebett ist daher besonders wertvoll. Kees beobachtet, dass Landwirte mit konsequentem Einstreumanagement klare Vorteile haben:

„Betriebe, die für ein trockenes Liegebett sorgen, profitieren direkt: geringerer Infektionsdruck, besserer Halt beim Aufstehen und dadurch mehr liegende Kühe.“

Vorteile trockener Liegeflächen

Was kann man morgen schon verbessern?

Komfort zu verbessern erfordert nicht immer große Investitionen. Oft lassen sich schon mit kleinen Maßnahmen spürbare Effekte erzielen:

  • Einstreu und Hygiene: für ein trockenes Liegebett sorgen: mehr Halt, weniger Keime
  • Nasenrohr anpassen: auf 95–100 cm Höhe einstellen, um ausreichend Kopffreiheit zu schaffen
  • Nackenrohr kontrollieren: sicherstellen, dass sie die Kuh beim Liegen nicht behindert

 

Die Belohnung: mehr Arbeitszufriedenheit

Am Ende geht es um das Wohl der Kühe, doch auch der Landwirt profitiert. Eine gesunde Herde bedeutet weniger Sorgen, weniger Behandlungen und höhere Leistungen.

Kees bringt es auf den Punkt:
„Wer den Komfort in seinem Stall im Griff hat, wird die Vorteile ganz von selbst erleben.“

Eine stressfreie Kuh sorgt für mehr Freude an der Arbeit. Guter Kuhkomfort bedeutet also nicht nur Komfort für die Tiere, sondern auch für den Menschen.

 Kuhkomfort bringt Freude an der Arbeit

Möchten Sie wissen, wie Sie den Komfort in Ihrem Stall gezielt verbessern können? Kontaktieren Sie uns für eine individuelle Beratung.

 

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